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02.10.09: „Tränen lachen statt sie zu weinen“

„Tränen lachen statt sie zu weinen“ –
Die Sommertour des Kinderzirkus Pinocchio


Russland, Bosnien, Rumänien und Ungarn – diese vier Länder bereiste der Kinderzirkus Pinocchio im Sommer. Das Anliegen war auf allen Stationen der Tour gleich: Benachteiligten Kindern durch ihr eigenes Mitwirken ein Erlebnis zu ermöglichen, das ihr Selbstbewusstsein und ihr Gemeinschaftsgefühl stärkt. Die Sir Peter Ustinov Stiftung hat die Reise finanziert.

„Wir sind Menschen begegnet, die uns das Gefühl gegeben haben, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.“ So fasst Josef (Jupp) Steinbusch seine Eindrücke der Sommertour von Pinocchio zusammen. Der Aachener Kinderzirkus, dessen Direktor Steinbusch ist, reiste ins russische St. Petersburg und zum 14. Mal auf den Balkan. „Tausende Kilometer auf holperigen Straßen – das schlaucht. Aber leuchtende Kinderaugen sind jeden Aufwand wert“, sagt der 67-Jährige.
Wenn Jupp Steinbusch Waisenhäuser, Hospitäler oder ehemalige Krisenregionen besucht, verwandelt er sich in Juppino, den Clown. Unter dem Motto „Tränen, die du lachst, brauchst du nicht zu weinen“ entwickeln er und seine Helfer gemeinsam mit Kindern ein Zirkusprogramm. Anschließend präsentieren Juppinos Schützlinge ihre Darbietungen vor Publikum.
„Viele dieser Kinder machen im Alltag Erfahrungen, die selbst ein Erwachsener nur schwer verarbeiten könnte“, sagt Jupp Steinbusch. Kaum jemand in Mitteleuropa könne sich etwa vorstellen, in welcher Armut Waisenkinder in rumänischen Heimen leben. „Die Betreuerinnen und Betreuer vor Ort setzen sich mit Leib und Seele für die Kinder ein. Trotzdem sind Erlebnisse wie ein Zirkus, bei denen sie auch noch mitmachen können, rare Höhepunkte.“
Entsprechend leidenschaftlich beteiligen sich die Kinder, wenn Juppino mit ihnen Sketche und kleine Musik- und Akrobatiknummern einstudiert – egal ob im ehemaligen Jugoslawien oder in St. Petersburg. In der Metropole an der Newa machte der Kinderzirkus unter anderem Station in einem Hospital für krebskranke Kinder und einem Heim für AIDS-Waisen, dem von der Sir Peter Ustinov Stiftung finanzierten Peter Ustinov Haus. Viele der dort lebenden Kinder sind selbst HIV-infiziert.
Das Zirkusprojekt Pinocchio wieder nach St. Petersburg zu holen, war ein besonderes Anliegen der Stiftung. „Die russische Gesellschaft tabuisiert HIV-infizierte Kinder noch immer“, bedauert Stiftungsvorstand Günter Conrad. „Josef Steinbusch und sein Zirkus wirken dem entgegen, denn sie verhelfen den Waisen zu mehr Lebensfreude und stärken ihr Selbstbewusstsein.“ Günter Conrad ist deshalb stolz darauf, dass die Sir Peter Ustinov Stiftung den Aachener Kinderzirkus Pinocchio finanziell unterstützen kann.

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