News
Meldungen und Veranstaltungshinweise
03.07.09: Vorwürfe gegen die Peter Ustinov Stiftung haltlos. Juristische Schritte eingeleitet
In den vergangenen Wochen sind in einigen Medien Artikel erschienen, in denen der Vorsitzende des Afrika Direkt e. V., der Schauspieler Charles M. Huber, schwere Anschuldigungen gegen die Peter Ustinov Stiftung erhebt. Die Stiftung weist die Vorwürfe Hubers als verleumderisch und haltlos zurück und geht dagegen juristisch vor.
Charles M. Huber behauptet unter anderem, die Stiftung habe Spendengelder zweckentfremdet und Afrika Direkt e. V. um das reale Spendenergebnis betrogen. Dazu Günter Conrad, Vorstand der Peter Ustinov Stiftung: „Wir lassen es nicht zu, dass ein Einzelner mutwillig und ohne jede Grundlage versucht, unseren guten Ruf zu schädigen. Wir werden juristisch gegen Charles M. Huber vorgehen.“
- Huber lenkt von eigenen Versäumnissen ab
- Rechenschaft über Mittelverwendung unverzichtbar
- Huber verlangt mehr Geld als seinem Verein zusteht
- Fundraising als Grundlage der Stiftungsarbeit
Huber lenkt von eigenen Versäumnissen ab
Die Stiftung geht davon aus, dass Charles M. Huber eine Ablenkungsstrategie verfolgt. Als Vorsitzender von Afrika Direkt e. V. versäumt er es seit mittlerweile anderthalb Jahren, der Stiftung wichtige Belege zu liefern. Gegenstand dieser Belege ist die Verwendung von Fördergeldern. „Über die Gründe hierfür möchten wir nicht spekulieren“, sagt Günter Conrad. „Wir sehen uns gezwungen, die Belege juristisch einzufordern.“
Im Februar 2007 hatte die Stiftung die Förderung eines von Afrika Direkt e. V. geplanten Schulprojekts im Senegal zugesagt und vertraglich vereinbart. 20.000 Euro wurden auf das Vereinskonto überwiesen. Als Empfänger von Fördermitteln wäre Afrika Direkt e. V. sowohl steuerrechtlich als auch stiftungsrechtlich verpflichtet gewesen, die ordnungsgemäße Verwendung der Mittel überprüfbar zu belegen. Das ist nur unvollständig erfolgt – bis heute. Aus diesem Grund entschied die Stiftung Anfang 2008, weitere 81.000 Euro aus zwei von ihr organisierten und von Charles M. Huber genehmigten Spenden-Mailings vorläufig nicht zu überweisen. „Dazu sind wir verpflichtet“, erklärt Günter Conrad. „Seriosität, Verlässlichkeit und Transparenz gehören im Einklang mit dem Stiftungsrecht zu den Grundlagen unserer Stiftungsarbeit.“
Rechenschaft über Mittelverwendung unverzichtbar
Charles M. Huber versuchte Ende 2008, die Fördersumme einzuklagen. Das Ergebnis war ein Vergleich. Die Stiftung erklärte sich bereit, die ausstehenden 81.000 Euro unter dem Vorbehalt zu zahlen, dass Huber die ausstehenden Belege erbringt. Anstelle der vom Gericht geforderten Rechnungen legte Huber daraufhin eine nicht überprüfbare Liste über die Verwendung der Fördermittel im Senegal vor. Das ist kein Beleg. Er ist damit erneut seiner nun auch vom Gericht bestätigten Vorlagepflicht nicht nachgekommen. Ende Mai 2009 zahlte die Stiftung die 81.000 Euro dennoch aus – weiterhin unter Vorbehalt. „Es ist und bleibt skandalös, dass ein Empfänger gemeinnütziger Mittel in Höhe von über 100.000 Euro nicht offen darlegt, wofür er sie verwendet hat“, so die Einschätzung von Stiftungsvorstand Günter Conrad.
Huber verlangt mehr Geld als seinem Verein zusteht
Der Vorsitzende von Afrika Direkt e. V. behauptet neuerdings, dass seinem Projekt mehr Geld aus den beiden Spenden-Mailings zustehe. Dieser Anspruch ist absurd. Die beiden Mailings haben ein Spendenaufkommen von 219.000 Euro erreicht. Davon gehen 93.000 Euro für die Kosten der Mailings ab. Damit belief sich das Spendenergebnis auf 126.000 Euro. Abzüglich acht Prozent Verwaltungskosten und zwölf Prozent für die Förderung anderer satzungsgemäßer Projekte der Stiftung zahlte die Stiftung 101.000 Euro an Afrika Direkt e. V., in den Raten 20.000 und 81.000 Euro. Als Beispiele für andere satzungsgemäße Projekte nennt Günter Conrad die Ustinov Theatre School, das MUS-E-Programm an den Peter-Ustinov-Schulen und die Unterstützung des Sir Peter Ustinov Instituts zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen in Wien.
Fundraising als Grundlage der Stiftungsarbeit
„Wer verlangt, dass wir die Kosten der Spenden-Mailings für Partnerprojekte selbst tragen, legt die Axt an die Wurzel des Wesens von Sammelstiftungen insgesamt. Denn eine solche Stiftung hat keine Vermögenssubstanz, aus deren Erträgen sie Eigenfinanzierungen leisten könnte“, kommentiert Günter Conrad das Vorgehen von Charles M. Huber.
Helmut Falter, Vorsitzender der Nepalhilfe Aachen e.V., selbst Unternehmer und langjähriger Projektpartner der Sir Peter Ustinov Stiftung, pflichtet dem bei: „Fundraising ist eine Investition, um Spender zu erreichen, die Hilfsprojekte überhaupt erst ermöglichen. Doch erst wenn man selbst versucht, Geld für seine Projekte zu akquirieren, erkennt man, wie aufwändig und kostenintensiv das ist.“* Auch Jochen Seefried, Vorsitzender des Vereins Hilfe für HIV Waisenkinder e. V. und langjähriger Projektpartner der Sir Peter Ustinov Stiftung, ist fassungslos angesichts der Aussagen von Herrn Huber: „Die Peter Ustinov Stiftung ist ein verlässlicher Partner, der uns trotz der teilweise großen Schwierigkeiten vor Ort bei dem Bau des Waisenhauses für HIV-infizierte Waisenkinder in St. Petersburg immer vertrauensvoll zur Seite stand. Die Stiftung trägt doch auch das wirtschaftliche Risiko eines solchen Spendenaufrufs – ein Risiko, das wir als Verein nicht tragen könnten.“
* Die Peter Ustinov Stiftung hat im Durchschnitt der vergangenen fünf Förderjahre bei insgesamt mehr als 60 Mailings im Stiftungsvergleich sehr gute Kennzahlen erreicht. Pro gespendeten Euro entstehen lediglich 27 Cent Gesamtkosten. Im Schnitt erreichte die Peter Ustinov Stiftung – bezogen auf das Fundraising-Instrument „Spendenmailings“ – einen Return on Investment von 3,64. Das heißt, dass sie mit einem eingesetzten Euro 3,64 Euro Spenden generiert.

