News
Meldungen und Veranstaltungshinweise
03.02.09: Der Würde ein neues Gesicht geben
Ein weiterer Meilenstein im Kampf gegen Noma ist gesetzt: Am 23. Januar 2009 wurde in der nigrischen Hauptstadt Niamey mit Hilfe der Sir Peter Ustinov Stiftung ein Ärztezentrum eröffnet, in dem nicht nur lebenserhaltende Operationen stattfinden, sondern die Mediziner vor Ort ausgebildet und geschult werden können.
Sie habe den Schleier von dieser furchtbaren – lange Zeit versteckten – Krankheit weggerissen, berichtet die Mittelbayerische Zeitung über das Engagement der Regensburgerin Ute Winkler Stumpf. Vor gut 15 Jahren hat die pensionierte Lehrerin mit ihrer Initiative Hilfsaktion Noma e. V. ein Tabu gebrochen. Sie brachte die von den Eltern aus Scham versteckten erkrankten Kinder an die Öffentlichkeit und machte auf eine Krankheit aufmerksam, die bis dahin kaum jemand kannte: Noma – eine Infektionskrankheit, die Kindern erst das Gesicht und dann das Leben nimmt.
Es war ein anstrengender Weg bis zur Eröffnung des neuen Zentrums. Die private Initiative begann 1994 damit, vor Ort die medizinisch-sozialen Infrastrukturen aufzubauen, eine Klinik einzurichten und Kinderhäuser zu eröffnen – mit minimalen finanziellen Mitteln. Darüber hinaus engagierte sich der Verein zunehmend in der Präventionsarbeit, denn die Verbreitung von Noma lässt sich durch entsprechende Aufklärung weitestgehend eindämmen.
Das neue, vierstöckige Zentrum für Aus- und Fortbildung zur Früherkennung und Behandlung von Noma wird diese Präventionsarbeit weiter ausbauen: Hier wird medizinisches Personal geschult, Helfer werden ausgebildet und dann das Wissen gemäß einem Fünf-Punkte-Programm der WHO umgesetzt: Aufklärung, Prävention, Behandlung von Akutfällen, Operationen und soziale Integration der Patienten.
700.000 Euro waren für den Bau des Zentrums nötig. Knapp die Hälfte des Betrages konnte die Sir Peter Ustinov Stiftung durch Spenden zur Verfügung stellen. Der Bau wurde überwiegend durch traditionelles nigrisches Handwerk realisiert, so konnten die Kosten gering gehalten werden. An der Eröffnungsfeier nahmen neben zahlreichen Pressevertretern und dem nigrischen Gesundheitsminister Issa Lamine auch der deutsche Botschafter im Niger Rüdiger Jahn, der Referatsleiter Afrika des auswärtigen Amtes und der WHO-Repräsentant aus Afrika teil. Dieser freute sich über das große öffentliche Interesse: „Niger steht immer in der Welt an letzter Stelle. Jetzt steht das Land erstmals an erster Stelle, was die Bekämpfung von Noma angeht.“
Für Ute Winkler-Stumpf bildet das Zentrum, das sie dem Andenken an Sir Peter Ustinov widmet, einen Höhepunkt ihrer Arbeit. Doch sie weiß auch, dass immer noch viel Arbeit im Kampf gegen die tödliche Krankheit nötig sein wird: „Das Zentrum setzt den Schlusspunkt in unserer Aufbauarbeit. Jetzt aber geht es erst richtig los.“
Die Arbeit der Hilfsaktion Noma e. V. in Zahlen:
• 1.228 Kinder erhielten durch Operationen ihr Gesicht zurück
• 22.927 Kinder wurden geimpft
• 24.191 unterernährte Kinder wurden gestärkt und so vor Noma geschützt






