Worte des Gedenkens an Sir Peter Ustinov

Gesprochen im Namen des Vorstands des Sir Peter Ustinov Instituts in Wien
von Dr. Friedrich Gehart am 29. März 2004 zu Beginn der Ustinov Vorlesung
von Professor Horst-Eberhard Richter

„Sir Peter Ustinov hat im Leben sehr viel erreicht: weltweit war er anerkannt als einer der Großen der Kunst.

Was ihn dabei auszeichnete und besonders liebenswert machte, dies war ihm nie genug. Er wollte der Welt mehr geben als Freude an der Kunst. Er wollte seinen Einfluss, seine Intelligenz und seinen Humor auch dazu einsetzen, dass diese Welt für ihre Bewohner lebenswerter wird.

Er war karitativ hoch aktiv und hat sich zu vielen Problemen öffentlich geäußert. Aber auch dies war ihm nicht genug.

Im Zuge seines Lebens hatte er erkannt, welch Schaden das Vorurteil stiften kann. So machte er sich zur Aufgabe, die Wissenschaft zu seiner Bekämpfung zu mobilisieren.

Und hier ist es, wo Wien ihm nicht nur Anerkennung, sondern auch besonderen Dank auszusprechen hat: Er hat sich in Wien nicht nur als Besucher wohl gefühlt, er hat Wien auch zum Sitz seines Instituts zur Erforschung und Bekämpfung des Vorurteils gemacht.

Weil man hier sein Anliegen verstanden hat, aber auch weil er meinte, dass von hier aus zwei Probleme am besten angegangen werden könnten, die er für besonders aktuell hielt: Die Bekämpfung der Vorurteile, welche bei der Integration Südosteuropas und bei den Beziehungen zum Islam auftreten.

Schon im Rollstuhl sitzend, hat er alle notwendigen Wege noch selbst gemacht, um das Institut zu gründen und für seine Finanzierung zu sorgen. Als Vorsitzender im Vorstand hat er sich auch an die Spitze der konkreten Arbeiten gesetzt. Mit großer Freude hat er die Stiftungsprofessur und andere Aktivitäten des Instituts verfolgt.

Sir Peter Ustinov ist leider viel zu früh von uns gegangen. Sein Rat und seine Unterstützung werden uns fehlen. Wir wollen – und hier spreche ich für den Vorstand des Instituts – in seinem Sinne weiterarbeiten.”